Prognosefokus

Das mundanastrologische Forschungs-Journal

1. Mai 2008: Zeitleiste der Krawalle in Hamburg

von Wolfgang Scheer

Als Beobachter bin ich auf der Seite der Gegendemonstranten dabei gewesen, konnte aber nur über das berichten, was sich meiner Wahrnehmung bot. In den verschiedenden Medien wurden die Ereignisse zum Teil minutiös festgehalten. Nach der Auswertung dieser Berichte ergibt sich in der Zusammenfassung ein klares Bild zu dem zeitlichen Ablauf. Mit dieser Übersicht zur Hand kann die Prognose zum 1. Mai in Hamburg von H.-W. Wolters besser überprüft werden. Quellenangaben sind mit [..] markiert, meine eigenen Beobachtungen und Anmerkungen kursiv rot geschrieben.

30. April 2008
19.00:
[1] „Revolutionäre 1.Mai-Demo“ ab Altona ins Schanzenviertel
ab 22.45 Barrikaden in der Schanzenstraße und Entglasung der Haspa-Filiale

1.Mai 2008
9.00[2] „Noch bevor die Krawalle in Barmbek begannen, haben drei Rechte … gegen 9 Uhr einen 29-jährigen Schwarzafrikaner verprügelt. Am Cesar-Klein-Ring (Steilshoop) ….Im letzten Moment konnte der 29-jährige flüchten. Nun hat die Staatsschutzabteilung die Ermittlungen übernommen. Die Täter konnten bisher nicht gefasst werden.“

10.00: Versammlung der Gegendemonstranten an Wiesendamm und Bahnhof Barmbek, ca. 7000 zusammen, außerdem viele Gruppen auf den Barmbeker Straßen.
Kurz nach 10.00 „Etwa 20 Rechtsradikale besetzten die ersten beiden Waggons (der RE:von Pinneberg nach HH, W.S.), verweigerten anderen Reisenden den Zutritt…Dann bemächtigten sie sich der Lautsprecheranlage…´Ab heute transportiert die Deutsche Bahn AG Deutsche und Ausländer getrennt. Für Ausländer werden extra Güterwagen zur Verfügung gestellt`…Bahnpolizisten kamen zu spät, können nicht mehr eingreifen“.

11.00[3]
11.18 Intensive Rauchwolke über Barmbek. An der Habichtstraße brennen hinter der ARAL-Tankstelle an der Bahnböschung Hunderte Neureifen. Durch diese Brandsetzung können die Bahnen wegen Stromabschaltung nicht mehr fahren und in ihnen befindliche NPD-Anhänger nicht zur „Alten Wöhr“ gelangen. Sie machen sich wie die aus dem RE von Pinneberg zu Fuß auf den Weg.[4]

12.00 Die Gegendemo macht sich auf den Weg. Sie erreicht mit viel von den Polizeiketten verursachten Stopps gegen 13.00 die Ecke Fuhlsbüttler Straße/Alte Wöhr, ca. 400 m Abstand in Sichtweite zur NPD-Demo.

13.00 Auf St. Pauli beginnt eine weitere ungewöhnliche Premiere: Da der „Tag der Arbeit“ und „Himmelfahrt“ dieses Jahr zusammenfallen, haben der DGB und die Kirchen unter dem Motto „Gute Arbeit muss drin sein“ erstmals zu einer gemeinsamen Kundgebung mit ökumenischem Gottesdienst auf dem Spielbudenplatz aufgerufen, die nach Eintreffen des DGB-Zuges vom Gewerkschaftshaus her (mit etwa 1500 Teilnehmern, HA an anderer Stelle desselben Artikels, W.S.) gegen 13.00 begann. „Das Spektrum reichte von Hamburger Sozialdemokraten über „Brot für die Welt“ -Mitstreiter bis hin zum Unterstützerkreis der Spartakisten sowie – natürlich – Gewerkschaftern aller Facetten. Vertreter beider Kirchen, den Falken, der Büchergilde Gutenberg und schließlich ein paar besonders lautstark singenden Vatertagstouristen.“[5]
Kurz nach 13.00 „…trafen am Rübenkamp linke Demonstranten auf Neonazis. Es kam zu einer heftigen Prügelei, die jedoch von Beamten schnell beendet werden konnte.“

13.00[6] Dazu die MOPO am 3.5.08 : „Als sie („die autonomen Nationalisten“) am S-Bahnhof Rübenkamp in Sichtweite der linken Gegendemonstranten kamen, waren sie nicht mehr zu halten. `Aggression und nackte Gewalt ging von rechter Seite aus´, sagte Polizeieinsatzleiter Peter Born. Wie auf Stichwort seien die Rechtsextremisten auf die Linken eingestürmt. Es kam zu einer wilden Schlägerei. Polizeipräsident Werner Jantosch: `Ohne Polizei hätte es Tote gegeben´.“

13.13[7] „In der Lauensteinstraße greifen Linke Polizisten mit Steinen, Flaschen, Brettern an.“
Zuvor war die Zugspitze der Gegendemo dort von der Polizei eingekesselt worden.
13.30 Über die Lautsprecher der Gegendemo wird bekannt gegeben, das Nazigruppen in den umliegenden Straßen ohne Polizeibegleitung gesehen worden sind.

13.37[8] „Um 13.37 sammeln sich rund 1000 Autonome an der Tischbeinstraße. Molotowcocktails und Pfefferspray werden sichergestellt.“

13.52[9] „In der Saarlandstraße wird ein Polizeiauto umgekippt. Steinwürfe. Randalierer zerstören Scheiben der Busse, mit denen die Randalierer angereist sind.“

14.15[10] „Randalierer zerstören die Fenster eines Autohauses am Rübenkamp. 200 Rechtsextreme attackieren Linksautonome mit Fäusten. Eine wilde Prügelei beginnt.“

14.17[11] „Am Rübenkamp zerstören Chaoten die Fenster eines Autohauses.“

14.47[12] „ 300 bis 500 linke Randalierer greifen im Stadtpark Cafe Gäste an, verwüsten das Lokal“

Widersprüchliche Meldungen über den Marschbeginn der NPD-Demo:
BILD schreibt 14.55, MOPO schreibt 15.30. Ich selber habe zwischen diesen beiden Zeitpunkten einen Ausbruch der Nazis von der „Alten Wöhr“ durch einen dortigen Bauzaun auf die benachbarte Baustelle gesehen, der von vielleicht 500 Gegendemonstranten eingefangen und zurückgedrängt wurde, in den Schutz der Polizei.

Zur selben Zeit laut BILD:
15.00 „Über 500 Chaoten laufen aus dem Stadtpark in Richtung Sengelmannstraße, bewaffnen sich an Baustellen mit Steinen“ Das könnte die Aktion der Zurückdrängung der durchgebrochenen Nazis von der Alten Wöhr gewesen sein.

15.17 „In der Saarlandstraße/Ecke Alte Wöhr brennt ein Streifenwagen.“
15.18 „Ein Lkw-Anhänger brennt an der Hellbrookstraße.“
15.31 „Wasserwerfer-Einsatz am Rübenkamp“ Das könnte der Beginn des NPD-Marsches gewesen sein.
15.40 „Barrikaden werden auf der Hellbrookstraße errichtet“
15.46 „Sieben Autos brennen in der Saarlandstraße“
15.47
„Chaoten stürmen auf das Gelände des Krankenhaus Barmbek, zünden Müllcontainer an“

ab 16.00[13] „Ab 16 Uhr treibt die Polizei Autonome durch den Rübenkamp. Die Demonstration der Neonazis führt in der Folge durch ein Trümmerfeld. Containe werden angezündet, Straßenschilder umgeknickt, Steine geworfen. Noch im Rübenkamp werfen Autonome Steine über eine Mauer in den Nazi-Aufmarsch. Die Rechten werfen ebenfalls Steine. Ein Nazi-Ordner wird festgenommen, weil er Gegendemonstranten attackiert. Ab 16.30 brennen Barrikaden.“

16.11 „Randalierer stecken ein Auto im Eiligersweg an“.

16.30 „Linke Chaoten greifen Polizisten an der Fuhlsbüttler Straße mit Flaschen und Steinen an“.

16.31 „ Im Rübenkamp brennen Barrikaden, Anhänger werden umgekippt, Pflastersteine fliegen“
Über Hellbrookstr, am Krankenhaus Barmbek vorbei und den Rübenkamp entlang zum Friedhof Ohlsdorf verlief die NPD-Route.

16.34 „Die Saarlandstraße wird mit gefällten Bäumen aus dem Stadtpark blockiert“.

16.40 „Chaoten stürmen den Friedhof Ohlsdorf, versuchen von dort, den Aufzug mit den Rechten anzugreifen.“

16.45 „Nachdem die Neonazis die erste Strophe des Deutschlandliedes anstimmen, beendet die Polizei die Kundgebung.“

17.00 „Rechtsradikale steigen am Bahnhof Ohlsdorf unter Polizeischutz in Sonderzüge ein.“

17.03[14] „Um 17.03 erklärte die `Braune Inge´ genannte Demo-Anmelderin Inge Nottelmann den Aufzug für beendet.“

Zu dieser Zeit um 17.00 herum schreibt die MOPO: „ Nachdem der braune Mob in der Nähe des Bahnhofs Ohlsdorf auf Polizisten losgegangen war, setzten die Beamten Wasserwerfer und Schlagstöcke ein und lösten den Marsch auf. Kurz darauf fuhren die Rechten mit einem Zug in Richtung Poppenbüttel. Doch noch bevor sie angekommen waren, zogen die Neonazis die Notbremse und stiegen aus, marschierten in Richtung Ohlsdorf. Unterwegs kam es erneut zu Schlägereien mit Linken.“

Ich selber war um 16.45 bei der Wasserwerferaktion der Polizei gegen Gegendemonstranten, die von der Fuhlsbüttler Straße aus in Richtung Ohlsdorf mit etwa 1000-2000 Leuten – auch vielen Barmbekern aus den Straßenlokalen in „Vatertagsstimmung“ – in recht gelöster Stimmung das „Baden“ junger Gegendemonstranten in den Wasserwerferstrahlen unterstützten und durch ihre Masse die Einkesselung durch die Polizei von hinten unmöglich machten.

17.45[15] „Neonazis stürmen den U-Bahnhof Ohlsdorf, werden von der Polizei in einen Zug gedrängt, in dem auch Linke mitfahren. Auf der Fahrt zur Haltestelle Sengelmannstraße werden neun Waggons demoliert. Vor dem Bahnhof geht die Prügelei weiter.“

22.00 –03.30[16] „Rund 700 Linke hatten sich gegen 22 Uhr vor der „Roten Flora“ am Schulterblatt versammelt. Sie griffen Polizisten an. Steine und Flaschen flogen, Barrikaden brannten und die Scheiben der Haspa-Filiale wurden zertrümmert. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. An der Altonaer Straße warfen Randalierer einen Molotow-Cocktail auf einen Peterwagen, in dem zwei Beamte saßen. Die Frontscheibe zersplitterte. Der Brandsatz entzündete sich jedoch nicht. Unterdessen brannten in etlichen Straßen rund um das Schulterblatt dutzende Müllcontainer. An der Rosenhofstraße wurde ein Auto umgekippt. Zudem warfen Protestler die Scheiben eines Supermarktes an der Straße Hohe Weide und einer Haspa-Filiale an der Wohlwillstraße ein. Ein Auto wurde an der Oelkersallee in Brand gesteckt. Die Krawalle im Schanzenviertel waren erst gegen 3.30 beendet. Die Beamten nehmen einen Randalierer fest und 16 in Gewahrsam. Es waren rund 700 Beamte im Einsatz.“

Dieselbe Zeit nach der BILD-Zeitung vom 3.5.08:
„Kurz vor 22 Uhr waren 600 Rechte (!!!, Hervorhebung von mir, W.S.) und 200 Partygänger, die zu einem Konzert wollten, unterwegs. Plötzlich zogen linke Autonome vor der „Alten Flora“ Baumaterial auf die Straße. Eine Gruppe Vermummter warf Pflastersteine an die Scheiben der Haspa-Filiale. Als die Polizei die Straße Schulterblatt räumen wollte, schleuderten die Chaoten Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper in Richtung der Beamten. Wasserwerfer vertrieben die Randalierer in Nebenstraßen. Nach 23 Uhr war die Zahl der linken Randalierer schon auf 700 angewachsen. Sie beschädigten einen Peterwagen, zündeten Müllcontainer an. Die Scheiben eines Supermarktes gingen zu Bruch. In der Oelkerstraße wurde ein Auto abgefackelt. 15 Randalierer kamen in Gewahrsam.“

Und noch wieder anders nach dem Hamburger Abendblatt vom 3.5.08:
„Am Rande eines Solidaritätskonzerts in der Roten Flora zogen Randalierer erneut Barrikaden auf die Fahrbahn, zündeten Müll und Autos an, warfen Scheiben ein. Obwohl Aktivisten der Flora nach Polizeierkenntnissen versuchten, massiv deeskalierend auf die Randalierer einzuwirken und sie in die Flora zu lotsen, ließen die sich nicht von ihrem zerstörerischen Tun abbringen. Peter Born: Bei ihnen handelte es sich erneut meist um auswärtige Jugendliche, die an dem Konzert überhaupt kein Interesse hatten.“

Schlussworte der Zeitungen:
BILD: [17] „Rund 250 Randalierer wurden festgenommen oder in Gewahrsam genommen. Mehr als 20 Polizisten verletzt. Der Sachschaden geht in die Hunderttausende“

MOPO: [18] „ Wie viele Demonstranten und Passanten verletzt wurden und wie viele Festnahmen es gab, ist noch unklar. … Mindestens 26 Polizisten erlitten Verletzungen. Die Polizei meldet insgesamt mehr als 250 Festnahmen, zwei Männer wurden wegen Verdachts der Brandstiftung dem Haftrichter vorgeführt.“

Hamburger Abendblatt: [19] „Nach den 1.-Mai-Krawallen in Hamburg kritisierten Innenbehörden, Polizei und CDU die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG), den Routenverlauf der Demonstrationen so zu verändern, dass linke wie rechte Gewalttäter zum Teil auf denselben Straßen unterwegs waren und direkt aufeinandertrafen. Die Polizei hatte verlangt, die Züge räumlich voneinander zu trennen. ´Das konnte nicht gut gehen`, sagte Polizeipräsident Werner Jantosch. Auslöser der gewalttätigen Auseinandersetzungen waren nach Einschätzung der Polizei unter anderem 400 sogenannte autonome Nationalisten. Einsatzleiter Peter Born sagte, dass es ohne das Einschreiten der Polizei angesichts der Agressivität auf beiden Seiten ´sogar Tote hätte geben können`.“ und „ Am Ende dieses an blinder Zerstörungswut so reichen Tages zog die Polizeiführung Bilanz: 59 Personen wurden festgenommen. Lediglich 15 der mutmaßlichen Straftäter kommen aus Hamburg, 44 aus dem weiteren Bundesgebiet – meist aus den neuen Bundesländern – sowie aus Dänemark und den Niederlanden. Unter den 59 Festgenommenen sind nur elf Erwachsene. Alle anderen sind unter 21 Jahre alt, viele von ihnen gar jünger als 18. Nur sechs der festgestellten Täter waren der Polizei bereits als Straftäter des rechten oder linken Lagers bekannt.“

[1] MOPO 2.5.08 (MOPO=Hamburger Morgenpost)
[2] MOPO 3.5.08
[3] BILD 2.5.08
[4] Infos aus der Gegendemo in den folgenden 30 Minuten.
[5] Hamburger Abendblatt 2.5.08
[6] MOPO 2.5.08
[7] BILD 2.5.08
[8] Hamburger Abendblatt 2.5.08
[9] BILD 2.5.08
[10] Hamburger Abendblatt 3.5.08
[11] BILD 2.5.08
[12] BILD 2.5.08
[13] Hamburger Abendblatt 2.5.08
[14] Hamburger Abendblatt 2.5.08
[15] Hamburger Abendblatt 3.5.08
[16] MOPO 3.5.08
[17] BILD 2.5.08
[18] MOPO 2.5.08
[19] Hamburger Abendblatt vom 3.5.08

Advertisements

Mai: 04 05 2008 Posted by | Aktuell, Geschichte, Politik, Prognostische Forschung, Uncategorized | , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Logbuch 1. Mai Hamburg: Prognose und erlebte Wirklichkeit

von Hans-Werner Wolters,
und Wolfgang Scheer als Zeitzeuge direkt am Ort der Demonstration als Berichterstatter ..

Bereits am späten Abend des 30.04. kam es im Hamburger Schanzenviertel zu Krawallen. In meiner Prognose vom 29.04.2008 ist zu lesen:

Ich denke, dass diese Tendenz in etwa solange besteht, bis der Mond in den Orbis eines Quinkunx zum Aszendenten des MTH gelangt. Nimmt man den Orbis nicht zu groß mit etwa 2-3 Grad an, so könnte die Lage teilweise ab den späten Abendstunden des 30.04. bis etwa 2-3 Uhr morgens nach Mitternacht etwas schwieriger werden. Zeitgleich mit dem Quinkunx zum Aszendenten erreicht der Mond dann das Anderthalbquadrat zum Mars des MTH in Feld 10. Ab dieser Zeit sind die Möglichkeiten zur Schlichtung, Beruhigung, Deaskalation, deutlich reduziert. Besser wäre für die Demonstranten, sich in diesen Nachtstunden früh schlafen zu legen und den Konfrontationen so sehr elegant aus dem Weg zu gehen, denn diese bringen wirklich nichts. Insgesamt besteht also die Tendenz, dass es bereits in dieser Zeit Situationen gibt, in denen sich die Polizei gefordert sieht.“

Nachdem am frühen Mittwochabend rund 1000 demonstrierende Linke friedlich vom Stadtteil Ottensen ins Schanzenviertel gegangen waren, kam es am späteren Abend zu Krawallen.

Der Spiegel schreibt am Morgen des 1. Mai in dem Artikel zu dem Krawall am Vorabend

1. Mai: Krawalle in Hamburg – friedliche Feiern in Berlin“:
Hamburg – Um 22:50 Uhr fingen im Hamburger Schanzenviertel auf der Straße Schulterblatt die Randale an. Auf der Kreuzung vor dem Autonomen-Zentrum Rote Flora errichteten Randalierer eine brennende Barrikade. Etwa ein Dutzend Protestler mit schwarzen Kapuzenpullovern entwendete weiße Mauersteine von einer Baustelle, zertrümmerte diese auf der Straße. Einige Randalierer warfen die Steinbrocken gegen die Schaufenster und Geldautomaten der gegenüberliegenden Sparkassen-Filiale. [..] Mehrere Randalierer wurden festgenommen, wie eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur AP sagte. Die genaue Zahl der Festnahmen konnte sie bislang nicht angeben. Augenzeugen berichteten von einem massiven Polizeiaufgebaut, auch Wasserwerfer fuhren auf.

Mehrere Hundertschaften kesselten die Straße Schulterblatt ein, räumten die Barrikaden ab. Viele der Randalierer flüchteten in die Rote Flora. Die Beamten postierten vor den Ausgängen des Gebäudes Wachen. Mindestens ein Randalierer wurde abgeführt, berichteten Augenzeugen. Der Abgeführte wehrte sich heftig, zwei Polizisten drückten ihn zu Boden.

Die Situation beruhigte sich schnell wieder. Um 23:20 Uhr war die Randale vorbei. Die Polizei riegelte die umliegenden Straßen noch eine Weile ab, um 23:45 Uhr rückten die Einsatzfahrzeuge ab. Die Straße ist seitdem für Autos wieder passierbar.“

Dabei wird mir beim Schreiben dieses Artikels klar, dass mir bei der Recherche ein großer Fehler unterlaufen ist. Tatsächlich ging ich davon aus, dass sowohl der Aufmarsch der Rechtsradikalen als auch derjenige der linken Szene um 10:00 Uhr MESZT beginnen. Mir wurde sofort klar, dass die verschiedenen Anfangszeiten so gelegt sind, dass die Gruppen möglichst nicht in größerem Umfange miteinander in Verbindung kommen sollen und erleichtert nehme ich dabei zur Kenntnis, dass sich der Tao auf die Demonstration vermutlich nicht so massiv auswirken wird, wie ich das prognostiziert hatte.

Wirklich nicht?

Meine Uhr zeigt jetzt 11:38 Uhr MESZT.

Wolfgang Scheer hält sich schon den ganzen Morgen in der Nähe der geplanten Gegendemonstration auf. Vor etwa 20 Minuten berichtete er über Handy über hoch lodernde Flammen und einer gewaltigen Rauchsäule geschätzt mehrer Hundert Meter Luftlinie von ihm entfernt. Im Augenblick als er das Feuer wahrnimmt, befindet er sich am Bahnhof Barmbek. ‚Ich möchte doch im Netz recherchieren, was da los ist‘, bittet er mich. Leider finde ich dazu nichts, schalte daher den Fernseher ein um irgendwo Mittagsnachrichten zu sehen. Jetzt, gerade um 11:38 Uhr hat er erneut angerufen. Das Feuer ist in einem großen Reifenlager hinter einer Tankstelle entstanden. Die Feuerwehr und auch Ordnungskräfte müssen sich nun buchstäblich vermutlich stundenlang damit beschäftigen. Wolfgang glaubt zu erkennen, dass dieses Feuer recht groß ist und nicht in kurzer Zeit gelöscht werden kann. Hier in Hamburg-Osdorf bin ich zu weit davon entfernt um irgendetwas davon auszumachen.

Gegen 11:40 Uhr telefonieren wir erneut. Wolfgang ist kurz entschlossen mit seinem Fahrrad hingeradelt. Das Feuer lodert im Reifenlager einer Aral-Tankstelle auf der Habichtstraße unweit der U-Bahnlinie, die dort in der Nähe des Brandes die Habichtstraße überquert. Die Habichtstraße ist von Feuerwehrfahrzeugen zugestellt, der U-Bahn-Betrieb dieser Linie ist eingestellt, weil nicht nur das Reifenlager, sondern auch die Böschung brennt. Die Rauchentwicklung ist extrem. Wir wissen nicht, ob die Habichtstraße ein Teil der Demonstrations-Route der Ultrarechten ist, können also nicht sagen, ob dadurch deren Demonstration behindert wird. Es liegen derzeit auch keinerlei Erkenntnisse darüber vor, ob dieses Feuer gelegt oder zufällig entstanden ist. Es ist jetzt genau 12 Uhr. Die n24-Nachrichten beginnen ..

Auf n24 wird gemeldet, dass im Hamburger Stadtgebiet offenbar mehrere Feuer gelegt wurden. Dadurch sei der Zugverkehr zum Teil eingestellt worden und dies seit der Grund, dass die Überzahl der Rechtsradikalen zur Zeit keine Möglichkeit hat, den Versammlungsort zu erreichen. Dort befindet sich derzeit nur eine kleine Schar, die wie auf den Fernsehbilder zu erkennen vielleicht kaum hundert Personen ausmacht. Ihnen gegenüber durch die Polizeiabsperrung getrennt stehen ein paar tausend linksgerichteter Demonstranten. Dort in Barmbek ist es zur Zeit also ruhig, doch liegt natürlich eine beträchtliche Spannung in der Luft. Gerade 12:26 Uhr ruft Wolfgang an und gibt durch, dass nunmehr von den Neonazis nichts mehr zu sehen sei, er sehe nur noch Polizei. Vermutlich seien es so wenige, dass sie sich geschlossen in den Bahnhof zurückziehen konnten. Gegen 12:30 Uhr ruft Wolfgang erneut an. Wie die Rechtsradikalen durch das Feuer daran gehindert worden seien, sich zu versammeln, habe dadurch aber auch die Gegendemonstration nicht pünktlich beginnen können. Jetzt erst setze sich der Demonstrationszug in Bewegung.

n24 hatte in den Mittagsnachrichten außerdem gemeldet, dass die Polizei daran geht die 4 Kilometer lange Strecke des Demonstrationszuges der Neonazis komplett mit Metallzäunen abzusperren, damit diese nicht mit den Linksradikalen in Berührung kommen. Wie geht es nun weiter?

In der Prognose hieß es für die zuvor in ihrem Geschehen beschrieben Zeitspanne:

„Am Vormittag des 01. Mai um 11:12 Uhr Minuten erreicht der transitierende Mond den Radixort des Uranus. Wir wissen aus Erfahrung, dass dieser Aspekt im Zulauf schon deutlich früher wirksam wird. Da die Demonstration der Rechtsradikalen um 10 Uhr am Morgen beginnt, ist damit zu rechnen, dass gemäß der Mond-Uranus-Konjunktion die Ereignisfolgen sehr rasch ablaufen, Situationsänderungen zumeist blitzschnell und oft zu diesem Zeitpunkt unerwartet eintreten können. Wenn wir diesem Aspekt 1 Grad Orbis für die Ereignisauslösung beimessen, dann könnte dieser Aspekt theoretisch schon ab 09 Uhr am Morgen zu bemerken sein.

Etwa gegen 10:30 Uhr erreicht der laufende Aszendent allerdings den Mars des MTH, steht also direkt in Konjunktion mit ihm. Ich sehe zu diesem Zeitpunkt die Tendenz zu einer Eskalation, zumal der Mond auf rund 15 Grad Fische stehend allmählich in den Orbis eines markanten Tao-Aspektes zu Saturn läuft wie er ja gleichzeitig in der Konjunktion mit dem Radix-Uranus steht. Der Tao steht für eine Zäsur. Zu diesem Zeitpunkt ist die Gefahr einer Eskalation der Gewalt besonders groß, denn die Stimmung wird beträchtlich aufgeheizt sein. Astrologisch wird dem Tao die Bedeutung eines Einschnittes gegeben in dem Sinne, dass die Konfrontation zu einer Grenzsituation führt, die zu einem abrupten Ende des bisherigen Verlaufs, der bisher erfolgten Konfrontation der gegensätzlichen Energien oder Prinzipien führt.“

Die in der Prognose beschrieben Zäsur bestand also in dem Feuer und den damit verbundenen Begleiterscheinungen für die Rechtsradikalen. Zudem bedeutete dies auch für die Polizei eine Zäsur, denn sie sah sich mit einer völlig neuen Herausforderung konfrontiert. Auch das Vorhaben der Ordnungkräfte nunmehr die gesamte 4 Kilometerlange Strecke des Demonstrationszuges der Neonazis abzusperren, passt in dieses Bild, denn Zitat: „Meine Prognose an dieser Stelle lautet, dass dieser Tao dazu führen wird, dass sich die Polizei auf Grund der recht plötzlich einsetzenden Entwicklung zeitweilig vor der schwierigen Herausforderung sieht, weiterhin Herr der Lage zu bleiben und deshalb stärker als zuvor interveniert“.

[..]

„Gegen 12:30 Uhr MESZT erreicht Venus Medium Coeli, die Himmelsmitte. Ihr Trigon zu Saturn im 1. Feld wirkt stabilisierend. Es besteht die Tendenz, dass sich die Situation zu diesem Zeitpunkt entspannter darstellt. Spätestens jedoch ab 14 Uhr, wenn der Aszendent über Saturn gegangen ist und sich dieser nunmehr im 12. Hause aufhält, baut sich das Spannungsfeld wieder auf.“

Gegen 12:30 Uhr rief Wolfgang Scheer an und gab durch, dass sich jetzt erst der Zug der Gegendemonstration in Bewegung setzt. Allerdings wurde der Demonstrationszug kurze Zeit später an der Ecke Wassmannstr / Fuhlsbütteler Str. von der Polizei gestoppt um zu verhindern, dass es zu Berührungen mit den Neonazis kommt.

Bis hierhin erkennen wir schon, wie schwierig Prognosen sind und wie sich die persönlichen Filter auswirken können. Bei mir kam eine Verzerrung dadurch hinein, weil auf Grund der fehlerhaften Annahme, dass sich beide Demonstrationszüge gleichzeitig in Bewegung setzen, die Ausgangslage völlig anders darstellte. Trotzdem wurden in der Prognose zeitlich bisher recht genau die markanten Ereigniszeiträume herausgearbeitet. Für mich selbst besonders interessant die Mond-Uranus-Konjunktion im Zusammenspiel mit dem Tao: Der massive Einsatz der Polizei auf der einen Seite, um die beiden Lager auseinander zu halten und gleichzeitig der Brand in der Nähe der U-Bahn, der den Zustrom der Neonazis verhindert.

Gerade jetzt um 13 Uhr gibt n24 durch, dass die Polizei nicht weniger als 5 Wasserwerfer aufgeboten hat. Außerdem habe unter anderem auch ein Stromausfall bei einer S-Bahn-Linie dazu geführt, dass das Gros der NPD-Anhänger den Demonstrationsort bisher nicht erreichen konnte.

Die Lage ist derzeit ruhig. Die Polizei baut mehr und mehr ihre Absperrungen aus, wie mir Wolfgang soeben berichtete. Ganz Barmbek scheint auf den Beinen, viele Menschen sind auf der Straße. Ich verfolge die weitere Enwicklung mit gespannt, denn ab etwa 14 Uhr steht Saturn nicht mehr im 1., sondern wechselt in das 12. Feld. Damit entsteht die Tendenz, dass Schutz- und Absperrungsmaßnahmen nicht mehr einwandfrei funktionieren …

13:30 Uhr: wie bestellt ruft Wolfgang an. Die Polizei sei sehr hektisch geworden, obwohl aus seiner Sicht noch alles sehr ruhig ist – abgesehen davon, dass die Gegendemonstration zunehmend recht lautstark wird. Zumindest ist es friedlich. Die Polizei nimmt an seinem Aufenthaltsort die Absperrungen ein gutes Stück zurück, schafft Raum. Die Ursache dafür erkennt er nicht. Ich gebe ihm den Hinweis, dass Saturn bald ins 12. Feld wechselt und die Schutzmechanismnen dann nicht mehr zuverlässig funktionieren. Er möge aufpassen. Wolfgang gibt an, dass sein Handy-Akku bald leer ist.

13:46 Uhr MESZT Wolfgang gibt durch, dass die Gegendemonstranten an mehreren Stellen zugleich eingekesselt werden. Der Lautsprecherwagen der Demonstration spricht zu der Menge. Er informiert darüber, dass Rechtsradikale ohne Polizeibegleitung in einigen Straßen unterwegs sind und warnt die Demonstranten.

14:00 Uhr MESZT: die n24-Nachrichten.
Der Berichterstatter vor Ort gibt an, dass die Rechtsradikalen immer noch an ihrem Platz verharren. Linksradikale Gegendemonstranten blockieren den Demonstrationsweg. Die Polizei steht zwischen den Fronten. Die offenbar gewaltbereiten Rechten sind zudem von den gewaltbereiten der Linken kaum zu unterscheiden. Schwarze Kleidung, dunkle Sonnenbrillen, Palästinensertücher hüben wie drüben. Die optischen Unterschiede verwischen.

14:20 Uhr MESZT. Wolfgang gibt durch, dass die Polizei offenbar versucht, den Rechtsradikalen den Demonstrationsweg frei zu machen. Einzelheiten kann er nicht ausmachen, denn er ist zu weit ab vom Geschehen. Allerdings stellt er in Richtung der Rechten sehr viel Unruhe fest.

14:23 Uhr MESZT: In seinem Anruf gibt Wolfgang an, dass es zu ersten Auseinandersetzungen gekommen ist. Aber wer gegen wen? Sein Akku ist fast leer, das Gespräch bricht ab ..

14:32 Uhr MESZT: Wolfgang ist wieder da. Die Polizei setzt in dieser Minute erstmalig Wasserwerfer ein, um die Linksradikalen daran zu hindern zu den Rechtsradikalen durchzubrechen. Letztere verharren immer noch an der gleichen Stelle, konnten ihren Demonstrationszug noch nicht beginnen.

14:44 Uhr MESZT: Polizisten sind unweit seines Standortes urplötzlich in die Fahrzeuge gesprungen, mit Blaulicht davongebraust und haben eine kleine Gruppe von rund 30 Demonstranten, die sie eben noch einkesseln wollten, verdutzt sich selbst überlassen. Im Stadtpark – so hört er – liefern sich Polizisten und Gegendemonstranten eine Verfolgungsjagd. In schwarz uniformierte Polizisten des Sondereinsatzkommandos isolieren einzelne Gegendemonstranten und greifen diese heraus. Soweit es für Wolfgang zu sehen ist, geht dabei alles gewaltfrei zu.

15:00 Uhr MESZT: n24-Nachrichten. Der NPD-Aufmarsch hat sich noch keinen Meter bewegt. Die Polizei geht gegen Gegendemonstranten vor, um den Weg für die NPD-demonstration frei zu machen. Trotz der eingesetzten Wasserwerfer bleibt das schwierig.

15:34 Uhr MESZT: Eine größere Gruppe – Wolfgang schätzt grob: eine Hundertschaft – gewaltbereiter Rechtsradikale hat jetzt von ihrer Seite aus die Polizeiabsperrung durchbrochen und lieferte sich gerade ein gutes Stück von dem Polizeiaufgebot entfernt eine heftige Schlägerei mit ebenso gewaltbereiten Linksradikalen, die offenbar in deutlicher Überzahl sind. Der linksradikalen Übermacht nicht lange standhalten könnend sind die Neonazis anschließend wieder in den Schutz der Polizeiabsperrung geflüchtet. Es gab Verletzte auf beiden Seiten.

15:51 Uhr MESZT: Wolfgang berichtet, dass nahe seines Standortes 5 oder 6 Kraftfahrzeuge mit ostdeutschen Nummernschildern lichterloh brennen. Wahrscheinlich handelt es sich um die Fahrzeuge Rechtsradikaler, die diese leichtsinniger Weise in der Nähe der Demonstration abgestellt haben.

16:00 Uhr MESZT: n24-Nachrichten. Der Aufmarsch der Rechtsradikalen hat vor kurzer Zeit auf einer anderen Route begonnen, nachdem die Polizei eine Straße geräumt hat. Die Anzahl der Rechtsradikalen hat sich stark vergrößert. Von rund 700 Rechtsradikalen wird gesprochen. So nach und nach scheinen die meisten den Weg zum Veranstaltungsort gefunden haben.

17 Uhr MESZT: n24-Nachrichten. In Hamburg-Barmbek brennen Autos, Mülltonnen und Müllcontainer. Im Stadtteil Barmbek herrscht der Ausnahmezustand. Die Polizei steht unter größtem Stress, die verfeindeten Gruppen auseinander zu halten. Den ca. 700 Rechtsradikalen stehen über 6.000 Linke gegenüber. Mir fällt dazu ein, dass das zweite MTH noch nicht aktiv ist. Mit dem Mars auf dem Medium Coeli und der Mond-Uranus-Konjuntion auf der Spitze 6 in diesem Horoskop steht Hamburg an diesem Tag noch einiges bevor.

18:20 MESZT: Wolfgang ist zu Hause angekommen, die Demonstrationen sind vorbei, die Ultrarechten befinden sich größtenteils auf dem Heimweg. Ihm steht der Sinn nach Erholung, danach seinen Durst zu löschen und nach Entspannung. ‚Was noch passieren könnte?‘, frage ich ihn – denn das 2. MTH steht ja noch aus. Da die Demonstrationen nun gelaufen sind könnte es vielleicht noch sein, dass es am Abend im Schanzenviertel wieder etwas lebhafter zugehen wird, denkt er. Viel geschehe aber eher nicht mehr. Wir werden es morgen wissen.

24:00 Uhr MESZT- n24-Nachrichten: Wir wissen es jetzt schon. Am Abend gab es im Hamburger Schanzenviertel wieder regelrechte Straßenkämpfe. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Die Welt Online schreibt, dass am 01. Mai 2008 1100 Rechtsradikale auf zeitweise bis zu 6.600 Gegendemonstranten trafen. Es gab demnach rund 250 Fest- oder in Gewahrsnahmen, mehr als 20 der eingesetzten 2500 Polizisten seien verletzt worden.

Damit hat sich auch die Prognose für das 2. MTH, welches den Abend des 1. Mai umfasst, als richtig herausgestellt. Es hätte mich auch gewundert, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre.

Mai: 01 05 2008 Posted by | Aktuell, Politik, Prognosen | , , , , , , , , , , | 1 Kommentar